Yogische Ernährung (Sattvische Ernährung) in einem Teller

Yogische Ernährung: So unterstützt du deine Yoga-Praxis

In Gastbeiträge, Gesundheit by Sandra Exl

Yoga wird in unserer Gesellschaft oft als Methode gesehen, mit der man sich gleichzeitig fit halten und entspannen kann. Beides trifft natürlich zu, eigentlich ist Yoga aber eine Lebensweise. Durch eine yogische Ernährung kannst du zum Beispiel deine Yoga-Praxis optimieren. Das Zauberwort lautet: sattvig! Hier wird erklärt, was der Begriff bedeutet, ob vegetarische Ernährung für Yogis Pflicht ist und wo überhaupt der Zusammenhang zwischen Yoga und Nahrung liegt.

Gastautor: Wolfgang Fuchs

Der Zusammenhang von Yoga und Ernährung

Beim Yoga verhält es sich wie bei jeder Art von Bewegung: Durch das richtige Essen kannst du deinen Körper wesentlich unterstützen. Die traditionelle Yoga-Lehre geht davon aus, dass die richtige Ernährung sowohl den Energiehaushalt als auch das Karma beeinflusst. Im Hatha Yoga Pradipika, einer der heiligen Schriften des Yoga, werden Nahrungsmittel in drei Gruppen eingeteilt:

1. Tamasige Nahrung

Tamas steht für Trägheit und entsteht, wenn wir schwer verdaubare Dinge essen. Tamasige Ernährung entzieht dem Körper Energie. Das kann auch passieren, wenn wir zu viel oder zu wenig essen.

2. Rajasige Nahrung

Rajas ist die Unruhe, die uns nervös macht. Eine rajasige Ernährung verstärkt sozusagen die Hektik, der wir im Alltag ohnehin schon oft ausgesetzt sind.

3. Sattvige Nahrung

Sattva ist die Reinheit und Beschwingtheit, die mit leicht verdaulicher Nahrung kommt. Zu sattviger Ernährung gehört auch das Yoga-Prinzip der Gewaltlosigkeit (Ahimsa).

Nach diesen drei Prinzipien können Yogis und Yoginis ihre perfekte Ernährung gestalten. Allerdings heißt das nicht, dass es eine strikte „Yoga-Diät“ gibt, an die sich jeder halten muss. Im Prinzip kannst du dir deine ganz eigene Ernährung zusammenstellen, die idealerweise vor allem Sattva-Lebensmittel enthält.

Tamas, Rajas, Sattva: Gute und schlechte Lebensmittel im Yoga

Es ist praktischerweise nicht so schwer, sich in der Yoga-Ernährung zurechtzufinden. Denn du musst keine genauen Inhaltsstoffe kennen, sondern kannst dich an großen Lebensmittelgruppen orientieren.

Tamas

Zu den Lebensmitteln, die träge machen, zählen laut Yoga-Lehre:

  • Unreife oder faule Lebensmittel sowie Fleisch und Fisch, da all diese Dinge schnell Giftstoffe bilden können
  • Alkohol und sonstige Genussdrogen
  • Knoblauch
  • Verarbeitete Produkte und Fertiggerichte
  • Aufgewärmte oder alte Lebensmittel, denn sie enthalten wenig Nährstoffe

Allein schon die Tamas-Liste zeigt: Yogis geben frischen Lebensmittel ganz klar den Vorzug!

Rajas

Nervös und unruhig machen die folgenden Lebensmittel:

  • Kaffee
  • Raffinierter Zucker und Süßigkeiten (verarbeitete Produkte und damit zugleich tamasig)
  • Eier
  • Weißmehl
  • Kartoffeln und sonstige Kohlenhydrate
  • Zwiebeln

Aus ernährungswissenschaftlicher Perspektive ist diese Einteilung absolut nachvollziehbar: Kaffee macht schnell mal nervös, und Zucker bzw. Kohlenhydrate lassen den Blutzuckerspiegel in die Höhe schießen. So sind wir zwar für den Moment energiegeladen, fühlen uns aber genauso schnell wieder müde und schlapp.

Sattva

Austoben dürfen Yogis und Yoginis sich mit diesen Lebensmitteln:

Allerdings ist „austoben“ relativ zu sehen, denn auch sattvische Lebensmittel solltest du in Maßen essen. Das heißt zum Beispiel: Einige Trockenfrüchte sind durchaus erlaubt, aber wenn du zu viel davon isst, bedeutet das eine (rajasische) Zuckerbombe für deinen Körper.

Muss Yoga-Ernährung vegetarisch/vegan sein?

Ein wichtiges Prinzip in den Yoga-Schriften ist Ahmisa, Gewaltlosigkeit. Da ist es nur konsequent, als Yogi auf tierische Produkte zu verzichten. Diese Einstellung ist aber weniger ein strenges Verbot, sondern vielmehr ein Prozess, der bei vielen Yoga-Fans mit der Zeit automatisch eintritt.

Es kommt auch oft vor, dass Yogis und Yoginis schließlich zu veganer Ernährung übergehen. Denn hinter vegetarischen Lebensmitteln wie zum Beispiel Milchprodukten kann ebenfalls Tier- bzw. Umweltleid stehen. Massentierhaltung und Co. sind immerhin ebenso wenig ahimsa wie ein dickes Steak auf dem Teller!

Yogische Ernährung: so geht’s

Wenn du dich so ernähren willst, dass dein Körper beim Yoga und auch abseits der Matte optimal mit Energie versorgt wird, kannst du dich an einige Richtlinien halten. Die meisten davon besagen ohnehin genau das, was allgemein zu einer gesunden Ernährung gehört:

  1. Trinke mindestens 3 Liter Wasser pro Tag.
  2. Kaue jeden Bissen bis zu dreißigmal, denn schnelles Essen ist rajasig.
  3. Iss bewusst, lenke dich während der Mahlzeiten also nicht mit Fernsehen etc. ab.
  4. Höre auf zu essen, sobald du satt bist. So hast du genug Energie, fühlst dich aber nicht schlapp und müde. Yogische Ernährung sieht vor, den Magen zur Hälfte mit Essen und einem Viertel mit Wasser zu füllen. So bleibt ein Viertel des Magens leer.
  5. Faste einen halben oder ganzen Tag pro Woche.
  6. Iss sattvige Lebensmittel und verzichte auf alles, was verarbeitet und schwer verdaulich ist oder wenig Nährstoffe enthält.

Yoga-Ernährung bedeutet also, dass du dich einerseits gesund ernährst und andererseits die Umwelt berücksichtigst. Dabei gilt aber gleichzeitig auch: Du musst dich zu nichts zwingen. Wenn du zum Beispiel grünes Gemüse noch nie gemocht hast, darfst du jederzeit auf andere Sorten ausweichen. Geschmäcker sind verschieden, und dementsprechend sollte die yogische Ernährungsweise nicht zur Qual werden, die dir die Lust am Essen nimmt!

Portrait von Wolfgang Fuchs in schwarz/weißAutoren Beschreibung:

Dieser schöne und informative Gastbeitrag stammt aus der Feder von Wolfgang Fuchs. Er leitet mit viel Engagement Lotuscrafts – der Spezialist für Meditations- & Yoga-Zubehör aus Wien. Achtsamkeit und Qualität zeichnen die ökologischen Produkte des österreichischen Unternehmens aus.

Meine Literaturempfehlung zum Thema Yoga und Ernährung

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